Susanne von Gutzeit

Susanne von Gutzeit wuchs mit vier musizierenden Geschwistern in Deutschland und Österreich auf und begann im Alter von 3 Jahren, Geige und Klavier zu spielen. Seit frühester Kindheit begeisterte sie sich vor allem für das Ensemblespiel: vom Duo mit ihrem Vater über das Familienstreichquartett bis hin zum ersten Sinfonieorchester, dem sie als Zehnjährige beitrat. Auch während ihres Violinstudiums bei Igor Ozim, Boris Kuschnir und Lukas Hagen suchte sie neben der einsamen Übekammer immer nach künstlerischen Partnern und musikalischer Vielfalt: Sie widmete sich leidenschaftlich dem Streichquartettspiel (unter der Ägide von Rainer Schmidt), studierte zusätzlich Viola bei Veronika Hagen und Thomas Riebl und beschäftigte sich intensiv mit Alter und Neuer Musik. 

Seit ihrem 15. Lebensjahr geht sie einer regen Konzerttätigkeit nach und trat in diversen kammermusikalischen Formationen u.a. bei den Festspielen in Salzburg, Bregenz und Mecklenburg-Vorpommern, beim Lucerne und Rheingau Festival, bei der Salzburger Mozartwoche, der Biennale und den „Dialogen“, bei Wien modern, den Klangspuren Schwaz, beim Steirischen Herbst, im Rahmen von EuroArt Praha und Ferrara Musica, im Gewandhaus zu Leipzig, im Wiener Konzerthaus und Concertgebouw Amsterdam, in der Library of Congress in Washington und im Sydney Opera House auf. Dabei hatte sie Gelegenheit, mit vielen wunderbaren Kammermusikpartnern zusammenzuarbeiten, so etwa mit dem Wiener Brahms Trio und Mitgliedern des Hagen Quartetts, mit Julia Fischer, Lena Neudauer, Benjamin Schmid, Nils Mönkemeyer, Thomas Riebl, Maximilian Hornung, Jens Peter Maintz, Emanuel Ax, Yu Kosuge, Cornelius Meister, Michael Martin Kofler, Francois Benda, Shirley Brill und Daniele Damiano. Ihr solistisches Debüt gab sie als Zwölfjährige beim Düsseldorfer Altstadt Herbst; später konzertierte sie u.a. mit dem SWR Rundfunkorchester und Cecilia Bartoli, mit dem Mozarteum Orchester Salzburg unter Philippe Entremont, dem Bruckner Orchester Linz, mit Thomas Demenga und dem Thuner Stadtorchester, mit der Banater Philharmonie sowie mit den Harmonices Mundi beim Linzer Brucknerfest.

Die Begegnung mit Pierre Boulez und dem Ensemble Intercontemporain im Rahmen der Lucerne Festival Academy war für Susanne ein wichtiger Impuls, sich intensiv mit zeitgenössischer Musik auseinanderzusetzen. Als Mitglied des Österreichischen Ensembles für Neue Musik und anderer Formationen hatte sie das Privileg, mit vielen Komponisten der Gegenwart zu arbeiten und zahlreiche Werke zur Uraufführung zu bringen.

Erste Erfahrungen als Orchestermusikerin sammelte sie ab dem 6. Lebensjahr als „Konzertmeisterin“ des Kinderorchesters ihrer Heimatstadt. Als Zehnjährige trat sie dem Bochumer Jugendsinfonieorchester bei, 1997 war sie jüngstes Mitglied im deutschen Bundesjugendorchester. Später folgte sie Einladungen der Camerata Salzburg und des Orchestre Révolutionnaire et Romantique unter John Eliot Gardiner sowie als Guest Principal des Australian Chamber Orchestras. Seit 2013 ist sie als 1. Konzertmeisterin beim Stuttgarter Kammerorchester tätig, wo sie häufig solistische Aufgaben und die künstlerische Leitung übernimmt.

Sie spielt auf einer Violine von Giovanni Battista Guadagnini, Mailand 1756, die ihr von der L-Bank zur Verfügung gestellt wird, und auf einer zeitgenössischen Viola von Patrick Robin.